Bäderschließung – Folgen für den Verband Deutscher Sporttaucher und seine Vereine

Foto: VDST, Jan Zeggel

Die Schließungen der Hallenbäder beeinträchtigt die wertvolle Arbeit der Sporttauchvereine in Deutschland erheblich. Den Vereinen wird die Möglichkeit genommen, ihren wichtigen Beitrag zur Gesundheitserhaltung und zur Wassersicherheit, insbesondere auch der Schwimmfähigkeit der Bevölkerung zu leisten, obwohl ein konsequent geregelter Sportbetrieb verantwortbar ist. Die Schließung der Bäder über so lange Zeiten stellt nicht nur einen Einschnitt in die sportlichen Aktivitäten vieler Bürger:innen in diesem Land dar, sondern schränkt aus unserer Sicht auch die sozialen Kontakte und die Vielfalt des gesellschaftlichen Zusammenlebens erheblich ein.

Sporttauchen wird in Deutschland in verschiedenen Formen als Breiten-, Wettkampf- und Leistungssport ausgeübt. Die Vereine des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. bieten in ehrenamtlichem Engagement eine breite Palette an Angeboten, die weit über den reinen Sportbetrieb hinausgehen. Durch regelmäßiges Training, sportliches Spiel und viel Spaß im Wasser unterbreiten Tauchsportvereine Menschen von jung bis alt erlebnisreiche Bewegungsangebote.

Gerade Menschen, für die Bewegung außerhalb des Wassers nur eingeschränkt möglich ist, können sich so ausgiebig bewegen. Dies gilt für Kinder und Jugendliche und auch ganz besonders für ältere Menschen, die in einer der vielen Formen des Sporttauchens eine Möglichkeit gefunden haben, sich Lebensfreude und Fitness zu erhalten, z.B. ohne die Gelenke zu belasten.

Ebenso Schwimmanfängern, die in der zweiten Phase der Schwimmausbildung Wassersicherheit erlangen sollen. Schnorcheln, eine für Kinder und Jugendliche faszinierende Möglichkeit, sich den Bewegungsraum Wasser zu erschließen, kann nicht mehr sicherheitsgerecht vermittelt werden. Neben dem Verlust an körperlicher Fitness bleibt auch ein wichtiger Baustein für die Erlangung der Wassersicherheit auf der Strecke. Das Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln in heimischen Gewässern oder auch im Meer am Urlaubsort kann nur eingeschränkt vorbereitet werden, was besonders Kinder, Jugendliche und Tauchanfänger zu spüren bekommen.

Durch Training und Bewegungsausbildung im Schwimmbad werden Taucher:innen auch auf einschlägige Exkursionen zur Gewässerbeobachtung vorbereitet. Gerade die Beobachtung unter Wasser ist ein wichtiger Baustein zur Überwachung von aquatischen Ökosystemen. So können frühzeitig negative Veränderungen in den Gewässern wahrgenommen werden, die außerhalb des Wassers nicht erkannt werden.

Die Schließung der Schwimmbäder im Zuge der Corona-19-Hygienemaßnahmen, von der neben den Sporttauchvereine auch viele andere wassersporttreibende Vereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) betroffen sind, wäre hinzunehmen, wenn damit wirklicher Infektionsschutz geleistet würde. Hier sind neben dem Sporttauchen unter anderem auch Schwimmen, Rettungssport, Modernen Fünfkampf, ja sogar der Kanusport betroffen. Genauere Analysen zeigen jedoch, dass durch geordnetes Training, wie es die Sportvereine qualifiziert anbieten können, das Infektionsrisiko minimal ist. Training, ob im Schwimmen, Tauchen oder anderen Aktivitäten im Schwimmbad können so organisiert werden, dass die Kontakte minimiert sind. Zudem dämmt die besondere Wasseraufbereitung und die Hygiene im Schwimmbad das Infektionsrisiko weiter ein.

Durch die Schließungen der Schwimmbäder wird in dieser schwierigen Zeit vielen Menschen unnötiger Weise die Lebensfreude eingeschränkt. Es wird daher Zeit, Schwimmbäder in Kooperation mit den wassersporttreibenden Vereinen unter Nutzung der vorhandenen sicheren Hygienekonzepte schnell wieder zu öffnen.

Dr. Uwe Hoffmann
Präsident Verband Deutscher Sporttaucher

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